Voraussetzungen
Das Internet wächst nach wie vor rasant. Die Zahl der User
liegt derzeit bei über 500 Mio. weltweit - die Zahl registrierter
Domains bei ca. 45 Mio. Die Einführung der neuen TLD- Domainendung
.cn für China zeigt, dass wirtschaftlich dynamische Regionen
für das Internet erst jetzt richtig erschlossen werden. Auf
der Seite der User, Domains und Internetseiten kann weiterhin
von einem Wachstum ausgegangen werden.
Entwicklung Hosts Weltweit
Die Anzahl der Hosts zeigt die Anzahl der über das Internet
vernetzten Server an und steigt kontinuierlich. Die Anzahl der
Internetseiten kann aufgrund der dynamischen Seiten (Seiten, deren
Inhalte aus Datenbanken generiert werden) nur als theoretischer
Wert benannt werden und schwankt daher in den Schätzungen
auch stark zwischen 6-8 Mrd. Seiten. Weitaus relevanter als die
Anzahl von Internet-Seiten ist die permanente Fluktuation und
Veränderung von Inhalten jeglicher Art auf diesen Seiten.
Mit dem quantitativen und qualitativen Wachstum des Internets
wachsen auch die Verletzungshandlungen und die Aufgabenstellungen
an eine präzise und kontinuierliche In Use Überwachung.
Das Internet als globaler Marktplatz ist mittlerweile
auch eine entscheidende Plattform für Produkt- und Markenpiraterie
und das entscheidende Medium für Verletzungshandlungen an
Marken, Logos und Urheberrechten. Produkt- und Markenpiraterie
geht immer mit der unautorisierten Benutzung von Marken und Logos
einher. Gerade das Internet macht diese Verletzungshandlung einfach,
da Grafiken, Bilder und Texte leicht kopiert werden können.
Nach aktuellen Schätzungen des DIHK liegt
der volkswirtschaftliche Schaden durch Produkt- und Markenpiraterie
jährlich bei insgesamt ca. 29 Milliarden EUR. Mehr als 70.000
Arbeitsplätze sollen durch diese Form der Wirtschaftskriminalität
in den letzten Jahren vernichtet worden sein.
Marken und das Image, das Marken und Namen zugeordnet
wird, kann branchenabhängig einen wesentlichen Bestandteil
des gesamten Unternehmenswertes ausmachen. Marken mit globaler
Bekanntheit werden Werte im Milliarden-Dollar Bereich zugerechnet.
Eine Erosion dieser Werte durch Trittbrettfahrer, Verunglimpfungen,
Boykott-Seiten, Gerüchte, Betrugs- und Verleumdungsversuche
kann unmittelbare Auswirkungen auf den Unternehmenswert erlangen.
In einer Zeit sich häufender Konflikte um
Intellectual Property Rights, insbesondere in den neuen Medien,
wird die Bedeutung präziser Überwachungsinstrumente,
die mit innovativen Technologien auf die neuen Formen von Verletzungshandlungen
reagieren, täglich größer.
Anwendungsbeispiele
Mit Domaingrabbing, Cybersquatting, Typosquatting
werden bekannte Namen als Domains oder „Tippfehlerdomains“
unautorisiert registriert und mit verunglimpfenden, konkurrierenden
Inhalten versehen oder als Spekulationsobjekte angeboten.
Durch die Auflistung bekannter Namen in die Metatags
einer Seite sollen User auf die Seiten von Fremdanbietern, Markenpiraten,
Pornographie o.ä. Seiten gelenkt werden (Traffic-Diversion).
Dies wird noch verstärkt, wenn unsichtbare Begriffe auf den
Seiten versteckt werden und damit die Wertigkeit der Seite für
das Ranking der Suchmaschinen steigt.
Durch Frame-Verlinkung, Cloaking (Verlinkung auf
eine Seite ohne Adresszeile im Browser) und das Cloning von Seiten
(identische oder fast identische Zwillingsseiten) können
Kooperationen und Referenzen vorgetäuscht werden und damit
Plagiate von Marken- und Produktpiraten in einer scheinbar authentischen
Umgebung angeboten werden.
Neben Produkt- und Markenpiraterie geht es auch
um das Auffinden gezielt gestreuter Gerüchte, z.B. um Aktienkurse
zu beeinflussen, Verunglimpfungen, politisch oder religiös
motivierte Boykott-Seiten, Betrugs- und Verleumdungsverusche.
Die Einhaltung von Urheberrechten bei der Übertragung bzw.
Abbildung von Musik, Bildern, Filmen und Texten ist ein weiteres
Einsatzfeld.
Diese Verletzungsformen können einen direkten
und indirekten Schaden verursachen. Zu den direkten Schäden
gehören Einnahmeausfälle durch entgangene Lizenzeinnahmen
oder Produktverkäufe. Zu den indirekten Schäden gehören
schwerwiegende Imageschäden durch mangelhafte Produktqualität
von Plagiaten oder Verunglimpfungen und gezielt gestreute Gerüchte.
Da diese Schäden in den wenigsten Fällen konkret beziffert
und damit durch den Verletzer ausgeglichen werden können,
kommt es auf eine möglichst frühzeitige und umfassende
Feststellung dieser Verletzungshandlungen an. Die kontinuierliche
Überwachung durch IPRG ist dafür konzipiert.
Beim Konfliktmanagement geht es während und
nach Auseinandersetzungen um die kontinuierliche Kontrolle der
Einhaltung von Unterlassungserklärungen oder der Umsetzung
von Urteilen.
Die Vorgaben für Corporate Design und Corporate
Image müssen für die Markenführung intern (auf
den unternehmenseigenen Seiten) und extern (bei Lizenznehmern,
Kooperations- und Vertriebspartnern) kontinuierlich auf Einhaltung
überwacht werden.
Konkrete Branding-Projekte, wie die Umbenennung
des Unternehmens (z.B. bei Fusionen), der Relaunch einer Marke
(Überarbeitung des Logos) müssen hinsichtlich ihrer
Umsetzung bis zu einem bestimmten Zeitpunkt kontrolliert werden.
Die Einwicklung der Bekanntheit einer Marke muß
kontrolliert werden, um Rückschlüsse auf die Wirkung
von Marketingmaßnahmen ziehen zu können.
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